Freiheit finden: Vor einigen Jahren machte ich ein Coaching.

Am Ende des Tages lagen über hundert Begriffe auf Karten vor mir.

Ich sollte auswählen.

Immer wieder.

Welcher Begriff passt wirklich zu mir?

Welcher beschreibt das, was mich antreibt?

Nach und nach wurde der Stapel kleiner.

Hundert.

Fünfzig.

Zwanzig.

Zehn.

Drei.

Am Ende blieb nur ein einziges Wort übrig.

Freiheit.

Der zweite Begriff war Frieden.

Den dritten weiß ich heute nicht einmal mehr.

Aber Freiheit ist geblieben.

Damals wusste ich noch nicht, warum.

Heute glaube ich, dass dieses Wort viel mehr über mein Leben erzählt, als mir damals bewusst war.

Was ist Freiheit eigentlich?

Ist Freiheit die Möglichkeit, überall hingehen zu können?

Zu sagen, was man denkt?

Zu tun, was man möchte?

Vielleicht.

Doch selbst Menschen mit unzähligen Möglichkeiten fühlen sich manchmal unfrei.

Und andere, die äußerlich viele Grenzen haben, strahlen eine erstaunliche innere Freiheit aus.

Vielleicht beginnt Freiheit also gar nicht im Außen.

Vielleicht beginnt sie dort,

wo wir aufhören,

uns ständig an Erwartungen festzuhalten.

Freiheit bedeutet nicht,

dass alles möglich ist.

Freiheit bedeutet,

selbst entscheiden zu dürfen,

wie wir dem begegnen,

was uns begegnet.

Auch beim Malen begegnet mir dieser Gedanke immer wieder.

Ein Bild lässt sich nicht vollständig kontrollieren.

Irgendwann entsteht ein Moment,

in dem ich entscheiden muss.

Halte ich an meiner ursprünglichen Vorstellung fest?

Oder lasse ich das Bild seinen eigenen Weg finden?

Oft entstehen genau dann die spannendsten Arbeiten.

Nicht,

weil ich mehr Kontrolle ausübe.

Sondern,

weil ich ihr ein Stück weit vertraue.

Vielleicht ist Freiheit deshalb auch eng mit Vertrauen verbunden.

Mit Vertrauen in den nächsten Schritt.

Mit Vertrauen in das Leben.

Mit Vertrauen in sich selbst.

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer schrieb einmal:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“

Ein schwieriger Satz.

Und doch steckt darin eine interessante Frage.

Wie frei sind unsere Gedanken wirklich?

Wie viele unserer Überzeugungen haben wir selbst gewählt?

Und wie viele wurden uns mitgegeben?

Vielleicht beginnt Freiheit genau dort,

wo wir anfangen,

unsere eigenen Gedanken zu hinterfragen.

Nicht alles zu glauben,

was wir denken.

Nicht alles zu übernehmen,

was andere sagen.

Sondern den Mut zu entwickeln,

selbst hinzusehen.

Freiheit ist für mich deshalb kein Ziel.

Sie ist eine Haltung.

Eine Entscheidung.

Immer wieder neu.

Nicht gegen andere.

Sondern für sich selbst.

Vielleicht bedeutet Freiheit am Ende gar nicht,

alles tun zu können.

Vielleicht bedeutet sie,

der Mensch werden zu dürfen,

der wir wirklich sind.

 

Schlussgedanke

Freiheit beginnt oft nicht dort,

wo sich Türen öffnen.

Sondern dort,

wo innere Grenzen verschwinden.

Was ist dein Gedanke zum Thema Freiheit finden?

Ich freue mich über einen Kommentar oder eine persönliche Nachricht per E-Mail.

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Essays

Freiheit

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